Gerade Berufseinsteiger machen sich wenig Gedanken über mögliche Risiken und deren Absicherung im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit. Hauptsache erst mal Geld verdienen, alles andere kommt später. Dieser bei vielen Berufseinsteigern weit verbreitete Glaube kann unter Umständen existenzbedrohend werden, vor allem bei einer (drohenden) Berufsunfähigkeit. Dabei können speziell junge Leute und Berufseinsteiger von den günstigen Konditionen beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung profitieren und sich für den Wegfall der Berufsfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen absichern.
Statistiken zeigen, dass jeder vierte Berufstätige noch vor dem Eintritt in das Rentenalter berufsunfähig wird. Hauptursachen für Berufsunfähigkeit in Deutschland sind vor allem psychische Beschwerden (Burnout, Depressionen, 28 Prozent), Beschädigungen des Bewegungsapparates wie z.B. an Muskeln, Knochen, Gelenke oder die Wirbelsäule (18 Prozent), Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems (15 Prozent) und Krebs (14 Prozent). Nur etwa 10 Prozent aller Fälle von Berufsunfähigkeit gehen auf Unfälle zurück.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung dient dazu, die finanzielle Lücke zwischen staatlicher Erwerbsminderungsrente (maximal 30 Prozent des vorherigen Bruttogehalts) und dem weggefallenen Arbeitsentgelt zu schließen. Dabei zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung bereits bei einer Berufsunfähigkeit von 50 Prozent. Berufsanfänger sollten beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung aber darauf achten, dass die Versicherung nicht im Ernstfall von Versicherten fordern darf, einen anderen Beruf auszuüben (sogenanntes „abstraktes Verweisungsrecht“). Darüber hinaus ist auch die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente wichtig, die jeder Versicherungsnehmer beim Abschluss selbst bestimmen kann. Die Rente sollte möglichst realistisch berechnet werden, um beispielsweise Inflation und gestiegene Ansprüche im Alter auch abdecken zu können. Außerdem sollte sie frühestens zum Beginn der Altersrente auslaufen.
Vor allem Berufsanfänger – aber auch jeder andere Berufstätige – sollte gegen die finanziellen Risiken einer Berufsunfähigkeit möglichst frühzeitig vorbeugen. Berufsunfähigkeit trifft geistige wie körperliche Berufe gleichermaßen. Bei körperlichen Berufsgruppen sind körperliche Risiken zwar offensichtlicher, da aber die weitaus häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit in psychischen Erkrankungen zu finden ist, gilt dieses Risiko für alle anderen Berufsgruppen ebenso.
Die Wartezeit für den gesetzlichen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente beträgt fünf Jahre. Erst dann ist man rudimentär (30 Prozent des vorherigen Bruttogehalts) durch staatliche Versorgungsleistungen abgesichert. In der Zwischenzeit besteht jedoch kein staatlicher Schutz vor Berufsunfähigkeit. Darüber hinaus haben Schüler und Studenten keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, so dass sich also schon bei ihnen frühzeitig eine Berufsunfähigkeitsversicherung lohnt.